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Diagnose und Behandlung einer ungeklärten Anämie mit Eisenmangel ohne offene Blutungen

Es wird ein allgemeiner Überblick über die Ursachen der Anämie mit Eisenmangel sowie über die Pathogenese der Anämie und die paraklinische Diagnose der Anämie gegeben. Anämie mit Eisenmangel, aber ohne offene GI-Blutungen, ist mit einem Risiko für bösartige Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts verbunden; Krebs des oberen Gastrointestinaltrakts ist 1/7 so häufig wie Dickdarmkrebs. Gutartige gastrointestinale Ursachen für Anämie sind Eisenmalabsorption (atrophische Gastritis, Zöliakie, chronische Entzündungen und bariatrische Operationen) und chronischer Blutverlust aufgrund von Magen-Darm-Geschwüren. Bei ungeklärter Anämie mit Eisenmangel wird folgende diagnostische Strategie empfohlen: Durchführung eines serologischen Zöliakie-Screenings mit Transglutaminase-Antikörpern (IgA-Typ) und IgA-Tests sowie Durchführung einer bidirektionalen Endoskopie (Gastroskopie und Koloskopie). Eine bidirektionale Endoskopie ist bei prämenopausalen Frauen < 40 Jahren nicht erforderlich. Eine Dünndarmuntersuchung (Kapselendoskopie, CT oder MRT-Enterographie) wird nach einer negativen bidirektionalen Endoskopie nicht routinemäßig empfohlen, sollte aber durchgeführt werden, wenn rote Flaggen auf eine bösartige oder entzündliche Dünndarmerkrankung hinweisen (z. B. unfreiwilliger Gewichtsverlust, Bauchschmerzen oder erhöhter CRP-Wert). Eine gezielte Behandlung jeder Ursache einer Anämie mit Eisenmangel, die bei der diagnostischen Beurteilung festgestellt wurde, sollte eingeleitet werden. Darüber hinaus sollte eine Eisenergänzung verabreicht werden, um den Hämoglobinwert zu normalisieren und die Eisenspeicher aufzufüllen. Empfohlen wird eine orale Behandlung mit einer Tagesdosis von 100-200 mg elementarem Eisen (bei Nebenwirkungen kann die Dosis gesenkt werden), doch ist oft eine orale Eisentherapie von 3-6 Monaten erforderlich, um therapeutische Ziele zu erreichen. Eine intravenöse Eisentherapie wird eingesetzt, wenn die orale Behandlung unwirksam ist oder Nebenwirkungen verursacht oder wenn eine intestinale Malabsorption oder anhaltende Entzündung vorliegt. Es werden drei Algorithmen für die folgenden Bedingungen angegeben: a) die paraklinische Diagnose einer Anämie mit Eisenmangel; b) die diagnostische Abklärung einer ungeklärten Anämie mit Eisenmangel ohne offene Blutungen; und c) das Vorgehen nach einer negativen bidirektionalen Endoskopie des Gastrointestinaltrakts.