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Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung

Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) (IBRD), unabhängige Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington, D.C.; eine von fünf eng verbundenen Entwicklungsinstitutionen (einschließlich des Internationalen Zentrums zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten, der Internationalen Finanz-Corporation (siehe unten), der Internationalen Entwicklungsgesellschaft (siehe unten) und der Multilateralen Investitionsgarantie-Agentur), die die Weltbankgruppe bilden. Auf der Konferenz von Bretton Woods (1944) wurde die Gründung einer Weltbank geplant; die IBRD wurde 1945 formell als ursprüngliche Institution der Weltbank gegründet, nachdem 28 Länder das Abkommen ratifiziert hatten; heute zählt sie 189 Mitglieder. Die IBRD zielt darauf ab, die Armut in Ländern mit mittlerem Einkommen und kreditwürdigen ärmeren Ländern durch Darlehen, Garantien, Risikomanagementprodukte sowie Analyse- und Beratungsdienste zu verringern. Die Bank vergibt nicht nur Kredite an Mitgliedsländer, sondern unter staatlicher Garantie auch an private Investoren, um produktive Investitionen zu erleichtern, den Außenhandel zu fördern und die Last der internationalen Verschuldung abzutragen. Alle Mitglieder der Bank müssen auch dem Internationalen Währungsfonds angehören. Die Bank ist selbsttragend und erwirtschaftet aus ihren Kreditgeschäften einen Gewinn. Sie wird von einem Gouverneursrat kontrolliert, dem je ein Mitglied angehört. Die Stimmen werden nach dem gezeichneten Kapital vergeben. Die ordentlichen Geschäfte werden von 25 Direktoren geführt. Gemäß der Satzung der Bank werden fünf von den fünf größten Kapitalzeichnern ernannt und die übrigen von den übrigen Mitgliedern gewählt. Derzeit stellen jedoch die Vereinigten Staaten, Japan, China, Deutschland, Frankreich und Großbritannien (die letzten beiden mit gleichem Kapitalanteil) jeweils einen Exekutivdirektor. Unter den vielen Vizepräsidenten der IBRD gibt es regionale Vizepräsidenten, die die Geschäfte der Bank in sechs Regionen leiten: Afrika, Naher Osten und Nordafrika, Europa und Zentralasien, Südasien, Ostasien und Pazifik sowie Lateinamerika und die Karibik.

Die Bank betreibt auch das Economic Development Institute, das Beamten der Mitgliedsländer Schulungen zur wirtschaftlichen Entwicklung anbietet. Eine weitere Entwicklungsinstitution ist die International Finance Corporation (IFC; gegründet 1956), die in private Unternehmen ohne staatliche Garantie investiert. Die IFC hat 184 Mitgliedsländer. Die Bank gründete die International Development Association (IDA; 1960), um Kredite zu günstigeren Bedingungen zu vergeben, vor allem an Entwicklungsländer. Die IDA hat 173 Mitgliedsländer. Mitglieder der IFC und der IDA müssen Mitglieder der IBRD sein. Die Kritik, dass die von der IBRD finanzierten Projekte umweltschädlich seien, veranlasste die Bank zur Einrichtung eines Umweltfonds (1990), der zinsgünstige Darlehen für Entwicklungsländer bereitstellt; die IBRD steht weiterhin in der Kritik, bei ihrer Entwicklungsarbeit die Menschenrechte nicht angemessen zu berücksichtigen. Die Entwicklungsländer haben sich darüber beschwert, dass die IBRD ihnen das System der freien Marktwirtschaft aufzwingt und dadurch Planung, Verstaatlichung und öffentliche Investitionen behindert.